»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 25. Juni 2022, 19.00 Uhr

Robert Oberaigner (Photo: Andrej Kasik)
Andrea Kauten (Photo: Manfred Esser)
Tibor Gyenge (Photo: Ludwig Olah)
Federico Kasik (Photo: zVg)
Michael Horwath (Photo: zVg)
Titus Maack (Photo: zVg)

Fritz Busch Quartett

Federico Kasik, Violine
Tibor Gyenge, Violine
Michael Horwath, Viola
Titus Maack, Violoncello

Robert Oberaigner, Klarinette

Andrea Kauten, Klavier


Federico Kasik, in Bad Nauheim geboren, studierte in Lviv (Lemberg/Ukraine) bei Igor Pylatjuk. Er schloss sein Studium mit Auszeichnung ab und wechselte in die Meisterklasse von Ivan Zenáty an der Dresdner Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber«. Er konzertierte als Solist in Deutschland, Polen, Österreich, der Ukraine und der Schweiz mit zahlreichen Symphonieorchestern. Federico Kasik ist Preisträger des Internationalen Lyssenko-Wettbewerbs 2002 und des Carl-Flesch-Wettbewerbs 2003. Seit 2011 hat Federico Kasik die Position des Stellvertretenden 1. Konzertmeisters der Sächsischen Staatskapelle Dresden inne.

Nach dem ersten Violinunterricht durch seinen Vater besuchte Tibor Gyenge die Béla Bartók Musikschule und das Musikgymnasium in Szombathely (Ungarn), bevor er an der Kunstuniversität Graz bei Prof. Silvia Marcovici studierte. In Nürnberg bei Prof. Daniel Gaede absolvierte er sein Masterstudium. Als Solist trat er mit dem Ungarischen Kammerorchester, der Camerata Pro Musica, dem Savaria Symphony Orchestra und der Staatlichen Philharmonie Satu-Mare »Dinu Lipatti« auf und er war beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und an der Staatsphilharmonie in Nürnberg engagiert. Seit 2016 ist Tibor Gyenge Stellvertretender 1. Konzertmeister der ersten Violinen der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Michael Horwath erhielt zunächst Violinunterricht, bevor er sich dem Bratschenstudium an der Berliner Hochschule für Musik »Hanns Eisler« bei Felix Schwartz widmete. 1998 setzte er sein Studium bei Erich Krüger in Weimar fort, wo er auch ein Aufbaustudium anschloss. Er nahm an Meisterkursen bei Kim Kashkashian, Jürgen Kussmaul, Thomas Riebl und Norbert Brainin teil. Er konzertierte als Solist und Kammermusiker in der Semperoper Dresden, im Gewandhaus zu Leipzig, bei den Schwetzinger Festspielen und in der Kölner Philharmonie. Seit August 2000 ist Michael Horwath Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden, ab 2004 in der Position des Vorspielers der Bratschen.

Der Cellist Titus Maack besuchte die Hochschule für Musik in Dresden, machte den »Master of Music« in Berlin und legte sein Konzertexamen mit dem Doppelkonzert von Johannes Brahms ab. Seit 2006 ist er regelmäßig Gast bei den Dresdner Kapellsolisten. Außerdem spielt er in renommierten Ensembles, wie den Virtuosi Saxoniae und dem Ensemble der Frauenkirche. Seit sechs Jahren ist Titus Maack Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Der Klarinettist Robert Oberaigner wurde in Hall (Österreich) geboren und studierte an der Tiroler und an der Wiener Musikhochschule. Sein Studium schloss er bei Sabine Meyer in Lübeck ab. Er ist Preisträger der »Musica Juventutis«-Stiftung der Wiener Konzerthausgesellschaft und debütierte schon mit 19 Jahren als Solist im Wiener Konzerthaus. Solistische und kammermusikalische Auftritte führten ihn u. a. in den Wiener Musikverein, den Concertgebouw Amsterdam, das Mozarteum Salzburg und die Kölner Philharmonie mit Musikern wie Leonidas Kavakos, Nils Mönkemeyer, Christian Gerhaher u.a. Er trat bei Festivals wie den BBC Proms, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen oder bei »Mostly Mozart« New York auf. Seit 2014 ist er Solo-Klarinettist der Staatskapelle Dresden. 2018 spielte Robert Oberaigner die Sonaten für Klarinette und Klavier von Johannes Brahms auf CD ein.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 14-Jährige erhielt sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Es folgte ein Studium in Basel und an der Franz Liszt-Akademie in Budapest. Seit 2006 veröffentlicht die Pianistin bei Sony. Sie spielte Solo-CDs mit Werken von Schumann, Liszt, Beethoven, Chopin und Rachmaninow ein und veröffentlichte ein Album mit Klavierkonzerten von Johannes Brahms und Hermann Goetz, jeweils begleitet vom Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky. 2019 präsentierte Andrea Kauten zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim die CD »Clara Schumann & Zeitgenossen« und im Sommer 2021 erschien »Promenade« mit den Préludes op. 28 von Frédéric Chopin und »Bilder einer Ausstellung« von Modest Mussorgski.



Programm

Peter Iljitsch Tschaikowski Herbstlied aus »Die Jahreszeiten« op. 37b
1840 – 1893 Transkription für Klarinette und Streichquartett
  von Toru Takemitsu
 
Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Es-Dur KV 271 »Jeunehomme«
1756 – 1791 Version für Klavier mit Streichquartett und Klarinette
  1. Allegro
2. Andantino
3. Rondeau. Presto
 
Johannes Brahms Quintett h-Moll op. 115 für Klarinette und Streichquartett
1833 – 1897 1. Allegro
2. Adagio – Più lento
3. Andantino – Presto non assai, ma con sentimento
4. Con moto
 


»Wenn ich heute vom Antlitz der Erde verschwinden würde, wäre das für die russische Musik kein großer Verlust«, schreibt Peter Iljitsch Tschaikowski 1876. Seine Werke wurden damals von der Öffentlichkeit wenig geschätzt. In dieser deprimierenden Zeit bestellt ein Petersburger Verleger bei ihm zwölf charakteristische Klavierstücke für eine Monatsschrift. Später veröffentlichte Tschaikowski den Klavierzyklus unter dem Titel »Die Jahreszeiten«. Das Stück für den Oktober, »Herbstlied«, wurde von Toru Takemitsu (1930 – 1996) für Klarinette und Streichquartett transkribiert.

Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in Es-Dur KV 271 ist das letzte seiner Salzburger Klavierkonzerte, die nächsten entstanden in Wien. Das Konzert gilt als »unerklärlicher Geniestreich« des zwanzigjährigen Komponisten. Der große Mozartinterpret Alfred Brendel nannte das Werk ein »Weltwunder« und der Musikwissenschaftler Alfred Einstein erkannte in dem Opus »Mozarts Eroica«, »die er später wohl erreicht, aber nie mehr übertroffen hat«. Als Auftraggeberin für das Werk nennt Mozart in einem Brief »die jenomy«. Biographen Mozarts machten daraus »Jeunehomme«. Tatsächlich entstand die Komposition für die Klaviervirtuosin Louise Victoire Jenamy, die Tochter des mit Mozart befreundeten Tänzers Jean-Georges Noverre.

Johannes Brahms hatte schon über ein Jahr lang nichts mehr komponiert und sein Werk bereits als abgeschlossen betrachtet, als er 1891 in Meiningen den dortigen ersten Klarinettisten Richard Mühlfeld kennenlernte. An Clara Schumann schrieb er begeistert: »… man kann nicht schöner Klarinette blasen, als der hiesige Herr Mühlfeld tut«. Der Eindruck war nachhaltig. Noch im Sommer des selben Jahres entstanden das Klarinettentrio op. 114 und das Klarinettenquintett op. 115. Die beiden Werke zeigen den »herbstlichen« Charakter, der schon der Musik des jungen Brahms eigen ist, in einer vertieften, nachdenklichen, meisterlich gereiften Weise – die Instrumente sind ein »Gespräch«. Bei der umjubelten Uraufführung 1892 des Klarinettenquintetts in der Berliner Singakademie mit Richard Mühlfeld und dem Joachim-Quartett, bei der auch das Klarinettentrio mit dem Komponisten am Klavier erstmals erklang, musste Mühlfeld das Adagio aus Opus 115 gleich mehrfach wiederholen. Der Kritiker Otto Lessmann schrieb in der »Allgemeinen Musikalischen Zeitung«: »Ohne Zweifel ist das Quintett das bedeutendere der beiden neuen Werke, ja es ist vielleicht das bedeutendste Kammermusikwerk von Brahms und das Adagio aus demselben der schönste Kammermusiksatz, der seit dem letzten Beethoven geschrieben worden ist.«



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